Saisonrückblick 2011
Marcel Widmer · 8. Dezember 2011Sobald sich auch der letzte Schnee verzogen hatte, machte ich mich ans Outdoor-Training. Nachdem ich den Winter durch gut trainiert habe, fühlte ich mich bereit für die neue Saison. Zusätzlich veränderte sich mein Arbeitspensum. Ich konnte mit meinem Arbeitgeber Ady Janser vereinbaren, dass ich nur noch 80% arbeite und jeweils am Freitag frei habe und somit mehr Zeit für Erholung und Training habe. So konnte ich es dann auch kaum erwarten, dass die Saison startete.
Das erste Rennen der Saison fand in Berlin statt, ein Halbmarathon. Wir reisten mit einem „neuen“ Team an. Das neue Team hiess Swiss-Skate-Team. Die Fahrer was beinahe die selben wie im letzten Jahr, ausser Roger Schneider – er kam neu hinzu. Neu war aber das neue Teammanagement. Nun aber zum ersten Rennen: Das Rennen versprach schon vor dem Rennen für ein schnelles und attraktives Rennen. Es waren beinahe alles Topskater aus Europa am Start. Für mich verlief das Rennen dann nicht so gut. Ich hatte mit Wadenkrämpfen zu kämpfen und kam mit grossem Rückstand ins Ziel. Ich war nicht zufrieden.
Das nächste Rennen fand in Valencia statt, ein Weltcuprennen. Wir reisten wieder mit dem kompletten Team an. Und zudem mit einem neuen Dress. Die Konkurrenz war im Vergleich zum Rennen in Berlin nicht so gross, da in Deutschland noch ein Bahnrennen stattfand. Das Rennen verlief für unser Team sehr gut. Es konnten sich meine 4 Teamkollegen vom Feld absetzen und einen 4-fach-Sieg sichern. Ich kam mit dem Feld ins Ziel und wurde 12. Ich war zufrieden, eine Steigerung gegenüber dem Rennen in Berlin.
Danach kamen einige Wochen ohne Rennen. Wir nutzen diese Zeit, um nochmal hart zu trainieren. Wir reisten mit dem Team wieder ins Tessin, um auf dem Rennrad unsere Kondition zu verbessern. Dies war eine schöne, aber auch anstrengende Woche. Für mich war es aber sehr gut und ich konnte viel profitieren.
Anfangs Mai stand dann gleich ein hartes Wochenende vor der Tür. Am Samstag reisten wir nach Mauren (FL) und danach gleich weiter nach Frankfurt. Das Rennen in Mauren war eher ein kleines, es waren nicht ganz so viele Skater am Start. Unser Team hatte das Rennen von Anfang an im Griff und dominierte. Die ersten 4 Ränge gingen wieder an das Swiss Skate Team. Ich konnte nicht ganz vorne mithalten und wurde 7. Dies war ein solides Rennen. Gleich nach dem Rennen reisten wir weiter nach Frankfurt, für das Rennen am Sonntag. Dieses Rennen war dann wieder um einige Fahrer besser besetzt und somit auch das Niveau um einiges höher. Das Rennen war von vielen Attacken gezeichnet und eher schnell. Ich konnte nicht ganz mit der Spitzengruppe mithalten und reihte mich auf Rang 25 ein, knapp zufrieden.
Eine Woche später fand das erste Rennen in der Schweiz statt, in Neuendorf. Es waren beinahe nur Schweizer am Start. Unsere Teamtaktik war ein 5-fach-Sieg. Dies wurde dann auch umgesetzt. Wir konnten uns zu fünft absetzten und einen 5-fachSieg feiern, ich wurde 5. und war zufrieden.
Danach fand die Bahn-Schweizermeisterschaft in Weinfelden statt. Mein Ziel war klar, ich wollte Schweizermeister werden. Meine Teamkollegen reisten nach Frankreich an ein Weltcuprennen. Ich musste mich somit alleine behaupten. Dies gelang mir dann relativ gut. Ich zeigte gute und auch weniger gute Rennen. In der Langdistanz konnte ich mir den Titel sichern. In der Kurzdistanz reichte es nicht ganz, ich wurde 2. Ich war zufrieden, die Formkurve zeigte nach oben.
Das letzte Maiwochenende verbrachten wir in Mannheim, da fand der MLP Marathon statt. Die Konkurrenz war leider nicht so gross. Wir waren zu viert am Start und wollten das Podest in unseren Farben sehen. Die setzten wir dann auch schon bald in die Tat um. Nach etwa 5 Kilometern waren wir nur noch zu viert an der Spitze. Wir konnten einen 4-fach-Sieg feiern – ich wurde 4. Wir konnten sogar den Streckenrekord um beinahe 5 Minuten unterbieten. Ich war zufrieden.
Eine Woche nach Mannheim reiste wir nach Koblenz. Eine neue Strecke für mich, ich war noch nie da. Das Starterfeld war wieder gut besetzt. Dementsprechend wurde dann auch wieder aufs Gas gedrückt. Ich konnte nicht bis zum Schluss mithalten und kam als einer der ersten Abgehängten ins Ziel. Ich reihte mich auf Rang 29 ein und war nicht ganz zufrieden.
Danach gab es ein Wochenende Pause. Nach diesem fuhren wir nach Dijon (F) zu einem Weltcuprennen. Unser Team war wieder komplett am Start. Schon bald konnte sich eine Fluchtgruppe lösen, mit dabei 2 Teamkollegen. Danach wurde das Rennen eher ruhiger. Zum Schluss lancierte ich dann den Sprint für meinen Teamkollegen.. Ich konnte einige Hilfsarbeiten für meine Teamkollegen verrichten und kam mit der Spitze ins Ziel. Ich reihte mich auf dem 33. Platz ein, ich war zufrieden
Nach dem Weltcuprennen stand dann wieder ein Rennen in der Schweiz auf dem Programm: die Halbmarathon Schweizermeisterschaft in Biel. Das Feld war nicht gerade gross, dazu kam noch der Regen. Das Rennen verlief dann für mich gar nicht nach Plan. Ich hatte grosse Mühe mit dem rutschigen Untergrund. Ich wurde nur sechster und war enttäuscht.
Nach einige Wochen ohne Rennen stand dann einer der Saisonhöhepunkte vor der Tür: die Europameisterschaft in Holland. Natürlich immer ein Highlight. Ich trainierte nochmals intensiv auf der Bahn, um gut vorbereitet zu sein. Die Rennen waren dann aber noch härter als ich es angenommen habe. Ich gab aber immer mein bestes und fuhr so gut wie es ging mit. Es gab bessere und schlechtere Rennen. Für meine Verhältnisse war ich aber zufrieden. Das beste Resultat war der 12. Rang im 1000m-Rennen auf der Bahn.
Nach den zwei anstrengenden Wochen in Holland ging es dann wieder Schlag auf Schlag weiter. Das nächste Rennen war wieder eines in der Schweiz. In Niederbipp fand die 2. Etappe der Rollserie statt. Unser Team war zu viert am Start, die Konkurrenz war nicht so gross, einige Einzelfahrer. Wir konnten dann auch einen souveränen 4-fach-Sieg feiern. Ich kam mit einigen Sekunden Verspätung ins Ziel und wurde 4.
Zum zweiten mal in dieser Saison reisten wir nach Berlin. Diesmal für das X-Race, ein Halbmarathon. Das Rennen war wieder sehr schnell und geprägt von vielen Attacken, diesmal aber ohne Erfolg. Es kam für einmal zum Massensprint. Ich konnte da aber leider nicht mitreden, ich verlor eine Runde vor Schluss den Kontakt zur Spitze und kam mit ein wenig Rückstand ins Ziel.
Danach stand wieder ein Weltcuprennen vor der Tür: das Rennen in Danzig (PL). Da begann eigentlich alles gut, Reise und Rennvorbereitung war alles ok. Doch am Rennen lief es nicht so wie geplant. Ich hatte schon früh Mühe, das Tempo mitzuhalten. Verlor dann auch früh den Anschluss zur Spitze. Ich kam mit grossem Rückstand ins Ziel und war sehr enttäuscht, ein Rennen zum Vergessen.
Und nun mein Heimrennen. Das Rennen in Tuggen war zugleich die Schweizermeisterschaft im Marathon. Ich war natürlich super motiviert. Das Starterfeld war auch nicht ohne, es kamen noch einige Skater aus dem Ausland und verstärkten das Niveau. Das Rennen startete eher ruhig und ich fühlte mich gut. Nachdem sich 3 meiner Teamkollegen absetzen konnten, konnte ich mich auf den Schlusssprint konzentrieren. Ich erwischte einen super Sprint und kam als 2. des Feldes an. Gesamt hiess dies, Rang 5 und vierter Schweizer. Ich war zufrieden.
Zwei Wochen nach dem Rennen in Tuggen fand das Rennen in Geisingen statt. Die Stecke führte mitten durch Geisingen und war technisch anspruchsvoll. Das Tempo war sehr hoch. Ich konnte gut mithalten und fühlte mich sehr gut. Ich reihte mich auf dem 12. Rang ein und war sehr zufrieden. Nach dem Rennen in Geisingen reisten wir gleich weiter nach Pontarlier. Da fand am Sonntag ein Rennen statt – auf einer Strecke, die permanent ein wenig ansteigt, nicht gerade mein Lieblingsrennen. Das Starterfeld war aber nicht besonders gut besetzt. Somit war unser Ziel, wieder das Podest in unseren Farben zu füllen. Die gelang uns auch und wir konnten wieder einen 4-fach-Sieg feiern. Ich musste aber einige Meter vor dem Ziel abreissen lassen und kam mit ein wenig Rückstand als 4. ins Ziel. Es war sehr hart, aber ich war zufrieden.
Und dann stand das grösste Rennen vor der Tür: der Berlin Marathon. Wir waren natürlich top motiviert, hatten ja mit Severin den Vorjahressieger im Team. Wir reisten bereits am Mittwoch an und konnten uns sehr gut vorberieten. Und wie immer war auch in diesem Jahr die ganze Weltelite am Start, das Tempo war dementsprechend sehr hoch. Ich bekam dann aber Mühe, das hohe Tempo mitzuhalten. Bei etwa Halbzeit verlor ich dann schon den Anschluss zu Spritze. Ich kam mit viel Rückstand ins Ziel und wurde 60. Ich war enttäuscht, da die Rennen zuvor so gut liefen.
Nun stand auch schon das letzte Rennen vor der Tür. Dies fand in Köln statt. Wir waren wieder mit dem kompletten Team am Start. Dies war zudem die letzte Etappe des German Inline Cups. Das Starterfeld war wieder mit einigen guten Fahrern bestückt. Ich war top motiviert und wollte nochmals ein gutes Rennen zeigen zum Abschluss der Saison. Das Rennen war teilweise langsam, aber auch sehr schnell. An der Spitze fuhr man einen Angriff nach dem anderen. Ich verlor dann etwa nach ¾ des Rennens den Kontakt zur Spitzengruppe. Ich kam mit einigen anderen abgehängten Fahrern ins Ziel. Ich wurde 23. und war nicht ganz zufrieden.
Rückblickend war es eine solide Saison. Ich hatte gute und weniger gute Rennen. Konnte aber für einmal eine Saison bis zum Schluss mit guten Rennen durchziehen. Dies war früher immer ein Problem, da mir gegen Ende der Saison die Luft ausging.
Zurzeit bin ich in der Rekrutenschule, noch bis am 6. April 2012 sein. Da muss ich nun schauen, dass ich trotzdem gut trainieren kann. Doch ich bin optimistisch und werde auch das Militär gut hinter mich bringen.
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:
- Saison 2010 – Rückblick
- German Inline Cup GIC Koblenz (D)
- 2009 – meine erste Elite-Saison (Rückblick)
- World Inline Cup WIC Dijon (F)
- Linthmarathon 2011



















